Die Deutsche Bank macht immer noch Geschäfte mit fossilen Energien. Wissenschaftler:innen der Scientists Rebellion haben 2024 in Berlin dagegen protestiert. Sie klebten Plakate mit abwaschbarem Mehlkleister an die Fensterscheiben einer Filiale. Prof. Dr. Niko Froitzheim drohen dafür drastische Strafen: Er soll 6.000 Euro zahlen oder für 25 Tage ins Gefängnis. Die Verhandlung ist am 4. August 26 in Berlin.
Prof. Dr. Niko Froitzheim erklärt aus diesem Anlass in einem Kurzfilm auf den sozialen Medien warum er sich bei den Scientists Rebellion engagiert. Es ist extremes Niedrigwasser am Rhein. Froitzheim steht trockenen Fußes mitten im Flußbett, genau dort, wo in dieser Jahreszeit sonst Wasser fließt. Für den Wissenschaftler ist klar: „Die Klimakrise ist kein Naturereignis und kein Schicksalsschlag. Sie ist das Ergebnis von jahrzehntelanger Ignoranz und gezielter Täuschung.“
Er verweist auf die jüngsten Hitzewellen in Deutschland. Im Juni wurden mit 41,7 Grad im Schatten ein neuer Temperaturrekord in Deutschland gemessen. Die Folgen seien dramatisch: In nur einer Woche starben 5.000 Menschen an den Folgen der Hitze. „Bisher war die Klimakrise für viele eine entfernte Sache, die irgendwo im globalen Süden stattfand oder erst in der Zukunft eintreten würde. Doch jetzt ist sie hier – und sie ist real,“ stellt er in seinem Statement fest.
Verantwortung der Ölfirmen und Finanzindustrie
Der Klimaforscher macht vor allem die Ölfirmen für die aktuelle Lage verantwortlich. Diese wüssten seit über 50 Jahren, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe das Klima erwärmt. Statt jedoch Konsequenzen zu ziehen oder die Öffentlichkeit zu warnen, hätten sie ihr Wissen zurückgehalten und Lügen in der Öffentlichkeit verbreitet, um ihr Geschäftsmodell zu schützen. „Die Klimakrise ist kein Unfall – sie ist ein Verbrechen!“, betont Froitzheim.
Besonders kritisiert er die Rolle der Deutschen Bank. Sie gehöre weltweit zu den 22 größten Finanzierern fossiler Brennstoffe. Jedes Jahr verursache sie damit 20.000 klimabedingte Todesfälle. „Das ist kein abstraktes Problem – das ist Mord!“, sagt Froitzheim.
Appell an die Gesellschaft
Warum werden Aktivist:innen wie Froitzheim mit solchen Strafen belegt? Für ihn liegt die Antwort auf der Hand: „Die wenigen, die zivilen Ungehorsam leisten und gegen die Zerstörung unserer Zukunft kämpfen, sollen eingeschüchtert und fertig gemacht werden.“ Doch er gibt nicht auf. Sein Appell an die Gesellschaft lautet: „Geht zu einer ökologischen Bank, die keine Geschäfte mit der fossilen Industrie macht! Engagiert euch! Werdet ungehorsam!“ Die Zeit des Wartens sei vorbei, die Klimakrise warte nicht. „Es ist Zeit zu handeln.“
Quellen:
- Kurzfilm von Prof. Dr. Niko Froitzheim auf Facebook
- Mehr zu Scientists Rebellion
- Bericht des Tagesspiegel von 2024
- Informationen der Organisation 350.org über die Deutsche Bank
Das Foto ist von Jo Hempel.

