zentraler Hebel Verkehrswende

Grafik: Liane Hoder, Caroline Pochon

Aus den Klimaforen

Wie wollen wir unterwegs sein, wenn unsere Stadt klimaneutral ist?

Zukunftsbilder zur Mobilität aus dem 1. Bonn4Future-Klimaforum

Beim 1. Bonn4Future-Klimaforum haben Bürger:innen davon geträumt, wie ein gutes und nachhaltiges Leben in unserer Stadt 2035 aussieht. Wie stellen sie sich die Mobilität der Zukunft vor?

Klimafreundliche Mobilität bewegt viele: Fünf von insgesamt 25 Zukunftsbildern, die die Teil­neh­menden jeweils in kleinen Arbeitsgruppen erarbeitet haben, sind diesem Thema gewid­met. Viele weitere enthielten ebenfalls Ideen zu den verschiedenen Formen der Mobilität und Impulse für die Verkehrsplanung der Zukunft. Und wie sehen die Visionen konkret aus?

Im Bonn der Zukunft ist der öffentliche Raum neu verteilt

Aktuell ist der öffentliche Raum noch stark auf das Auto als Verkehrsmittel ausgerichtet. Straßen­, Parkplätze, Parkhäuser ... der Kfz-Verkehr benötigt viel Fläche. In einem der Zukunft­sbilder formulierten die Teilnehmenden den Wunsch, dass der von Autos genutzte und für diese reservierte Raum zunehmend verkleinert wird. So gewinnen wir Flächen zurück, deren Nutzung neu gedacht werden kann. Es entstehen Gestaltungsräume: Stra­ßen werden zu breiten Rad­wegen, Parkstreifen zu Blühstreifen, Parkplätze zu Parks. Diese „neuen" Flächen ermöglichen es uns, auf andere Arten bequem und sicher unterwegs zu sein: zu Fuß, mit dem Rad und dem ÖPNV. Car-Sharing und andere Optionen ersetzen die individuelle Pkw-Nutzung.

Grafik: klimaneutral ist das neue Normal
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Grafik: Caroline Pochon


Das Bonn der Zukunft lässt sich gut zu Fuß erkunden, ist fahrradfreundlich und inklusiv

In den Zukunftsvisionen wurde das Bild einer Stadt gezeichnet, in der wir es leicht haben, wenn wir zu Fuß gehen. Auch, wenn wir in unserer körperlichen Mobilität eingeschränkt sind, kommen wir gut zurecht: Die Fußwege sind breit, sodass Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl nicht auf die Straße ausweichen müssen.

Im klimaneutralen Bonn gibt es eine bequeme und sichere Rad-Infrastruktur: Die Zukunfts­bilder enthalten den Wunsch nach mehr „richtigen" Radwegen, das heißt: Radspuren, die klar von der Autofahrbahn abgegrenzt und gut abgesichert sind, z. B. durch bauliche Elemente. Diese Wege sind miteinander vernetzt, damit wir sicher an unsere Ziele kommen. Schnellradwege verbinden die Stadtteile und Vororte miteinander und mit der Innenstadt.

Zu einer fahrradfreundlichen Stadt gehören darüber hinaus genug sichere Parkmöglich­keiten, außerdem entlang der Radwege viel Grün und eine gute Beleuchtung (mit gespeicherter Solarenergie). Ein weiterer Wunsch war es, Mobilstationen zu haben, an denen wir Räder leihen können – darunter auch Lastenräder für Transporte größerer Einkäufe und E-Bikes für längere Wege.

Zukunftsbaustein Radverkehr
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Grafik: Liane Hoder, Caroline Pochon


Im Bonn der Zukunft gibt es ein gutes, günstiges und inklusives „Öffi"-Netz

Mehrere der im Klimaforum entworfenen Zukunftsbilder teilten sich einen zentralen Baustein: den Wunsch nach einem sehr guten öffentlichen Nahverkehr, der einfach und angenehm zu nutzen ist. Ein enger Takt sorgt für kurze Wartezeiten.

Viele Teilnehmenden finden es wichtig, dass der ÖPNV für alle Menschen zugänglich ist. Das bedeutet zum einen Barrierefreiheit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, zum anderen den Abbau finanzieller Hürden: In der klimaneutralen Stadt ist Bahn- und Busfahren günstig, bestimmte Gruppen können sogar kostenfrei mitfahren. Das Ticketsystem ist einfach zu verstehen und zu nutzen. So wird autofreie Mobilität attraktiv.

Im Bonn der Zukunft ist der ÖPNV außerdem mit anderen Mobilitäts-Formen verknüpft und gut auf diese abgestimmt. Zum Beispiel können wir das Fahrrad leicht in Bus und Bahn mitnehmen, es gibt Park+Ride-Angebote am Stadtrand. Durch einen vielfältigen Mobilitäts-Mix werden die individuellen Bedürfnisse der Bürger:innen erfüllt; wir erreichen unsere Ziele schnell, sicher und flexibel.

Grafik: günstiger ÖPNV
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Grafik: Liane Hoder


Im Bonn der Zukunft gibt es viele innovative Mobilitätslösungen

Die Bürger:innen stellen sich vor, dass es viele Innovationen geben wird, die es uns leicht machen, klimafreundlich mobil zu sein.

Das betrifft z. B. die Art des Antriebs: Verbrennungsmotoren werden natürlich der Vergangen­heit angehören. Wir nutzen längst elektrisch betriebene Fahrräder und Roller und können dadurch längere Strecken zurücklegen. Größere Fahrzeuge wie Busse nutzen ebenfall schon einen E-Antrieb; in Zukunft könnten weitere alternative Antriebe, z. B. auf der Basis von Wasserstoff, hinzukommen.

Das betrifft außerdem die gesamte Art und Weise, wie wir uns in der Stadt fortbewegen. Die Vision: „smart mobility", also die mithilfe digitaler Systeme energie- und zeiteffizient gesteuerte Kombination (emissionsfreier) Verkehrsmittel, die uns sicher und günstig an unser Ziel bringen.

Digitale Dienste werden uns dabei unterstützen, die Ressourcen effizient gemeinsam zu nutzen. Bereits heute teilen wir über Apps Autos, Fahrräder und Roller miteinander (shared mobility). In Zukunft können wir vielleicht komfortabel das nächste autonom fahrende Sammeltaxi buchen, dass vorab schon die schnellste Route berechnet hat und auf der Strecke weitere Menschen abholt, die in dieselbe Richtung wollen.

Das Bonn der Zukunft ist eine Stadt der kurzen Wege

Eines der Zukunftsbilder skizzierte den Wunsch nach einer Stadt der kurzen Wege: Alles, was wir zum täglichen Leben brauchen – Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Gesundheitsversorgung ist im Quartier zu finden. Kurze Strecken legen wir zu Fuß und mit dem Rad klimaneutral zurück. Es wurde auch der Wunsch formuliert, Homeoffice-Möglichkeiten zu fördern, sodass das Pendeln nicht mehr notwendig ist.

Grafik: Stadt der kurzen Wege
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Grafik: Liane Hoder, Caroline Pochon


Im Bonn der Zukunft gibt es viele innovative Mobilitätslösungen

Eine Arbeitsgruppe hatte die Vision, dass es viele Innovationen geben wird, die es uns leicht machen, klimafreundlich mobil zu sein.

Das betrifft z. B. die Art des Antriebs: Verbrennungsmotoren kommen nicht mehr zum Einsatz. Wir nutzen elektrisch betriebene Fahrräder und Roller und können dadurch längere Strecken zurücklegen. Größere Fahrzeuge wie Busse nutzen ebenfalls einen E-Antrieb; in Zukunft könnten weitere alternative Antriebe, z. B. auf der Basis von Wasserstoff, hinzukommen.

Das betrifft außerdem die gesamte Art und Weise, wie wir uns in der Stadt fortbewegen. Die Vision: „smart mobility", also die mithilfe digitaler Systeme energie- und zeiteffizient gesteuerte Kombination (emissionsfreier) Verkehrsmittel, die uns sicher und günstig an unser Ziel bringen.

Digitale Dienste werden uns dabei unterstützen, die Ressourcen effizient gemeinsam zu nutzen. Bereits heute teilen wir über Apps Autos, Fahrräder und Roller miteinander (shared mobility). In Zukunft können wir vielleicht komfortabel das nächste autonom fahrende Sammeltaxi buchen, das vorab schon die schnellste Route berechnet hat und auf der Strecke weitere Menschen abholt, die in dieselbe Richtung wollen.

Grafik smart mobility
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Grafik: Liane Hoder, Caroline Pochon

Mehrere Zukunftsbilder zeichneten das klimaneutrale Bonn als eine lebenswerte Stadt, in der überfüllte Straßen Vergangen­heit sind, in der es weniger Lärm und Emissionen gibt, aber mehr Verkehrssicherheit und eine gesündere Umwelt. Und in der wir dank guter Mobilitätsangebote entspannt unsere Ziele erreichen.

Mit diesen Visionen vor Augen haben sich die Teilnehmenden des Klimaforums 2 am 10. und 11. Juni 2022 der Frage zugewandt: „Klimaneutral mobil sein – wie schaffen wir das?". Ihre Empfeh­lungen werden in den Bürger:innen-Klimaplan einfließen, dessen Entwicklung beim 4. Bonn4Future-Klimaforum im September 2022 auf dem Programm steht.

Links

  • Den ausführlichen Bericht zum 1. Bonn4Future-Klimaforum mit den Originalen der Zukunftsbilder gibt es hier.

  • Es gibt schon viele Initiativen in Bonn, die sich für zukunftsgewandte Mobilität einsetzen. Diese und andere Gruppen findest du auf unserer Karte. Vielleicht ist ja eine dabei, der du dich anschließen möchtest?

 

  In Kürze: Die Bonn4Future-Klimaforen

Ende 2019 fiel der Ratsbeschluss, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll ...

Deswegen hat der gemeinnützige Verein Bonn im Wandel e. V. 2020 das Beteiligungsverfahren "Bonn4Future – Wir fürs Klima" beantragt und entwickelt. Zum ersten Mal in Bonn wird ein Verfahren in Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung umgesetzt. In vier großen Klimaforen erarbeiten per Los ausgewählte Bürger:innen Ziele und Bausteine für den Bonner Klimaplan. Am Ende soll klar sein: Wer muss was tun, damit unsere Stadt im Jahr 2035 klimaneutral und lebenswert ist?

Globale Nachhaltigkeitsziele – Sustainable Development Goals (SDG)

Wenn wir mobil sind, leisten wir einen wertvollen Beitrag zu mindestens zwei SDGs:
  • SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
  • SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen     

Zukunftsbilder: Bürger:innen der Stadt Bonn, die am 1. Bonn4Future-Klimaform im September 2021 teilgenommen haben. Auswertung und Aufbereitung: Dr. Gesa Maschkowski, Sarah Seiler, Robert Janßen-Morof. Text: Sonja Corsten. Redaktion: Andi Rüther. Grafiken: Liane Hoder, Caroline Pochon

Stadtbahn und Rad in Bonn

Mobilität

Erstaunlich: Der Verkehr hat mit den größten Einfluss auf den Klimawandel. Aber genau in diesem

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