Grafik Zukunftsbilder Wohnen

© Caroline Pochon/Liane Hode

Aus den Klimaforen

Wie wollen wir wohnen, wenn Bonn klimaneutral ist?

Zukunftsbilder aus dem 1. Bonn4Future-Klimaforum

Beim 1. Bonn4Future-Klimaforum haben Bürger:innen davon geträumt, wie ein gutes und nachhaltiges Leben in unserer Stadt 2035 aussieht. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie diese Visionen aussehen.

 Das Fundament: Was vielen wichtig ist

Grün und nachhaltig soll sie sein, aber auch sozial und gerecht, mit Blick aufs Gemeinwohl – die Stadt, in der wir gerne wohnen und gut zusammenleben. In vielen der Zukunftsbilder brachten die Teilnehmenden das Bedürfnis nach guter Nachbarschaft zum Ausdruck, nach einem guten Leben im Quartier, und zwar für Menschen aller Generationen und sozialen Schichten. Dazu gehört auch Bildung für alle. Es braucht Transformationszentren, in denen Menschen zu­sam­men­­kommen und damit beginnen können, ihr Quartier umzugestalten.

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Grafik gemeinsam Klima-gerecht
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© Liane Hoder/Caroline Pochon


Das Bonn der Zukunft ist grün

Für den Bereich „Natur und grüne Stadt" wurden drei eigene Zukunftsbilder entwickelt, der Wunsch nach „Mehr Grün in der Stadt” fand sich aber auch auf vielen anderen Plakaten. Dieses Thema steht – nach der Mobilität – an zweiter Stelle, wenn die Bürger:innen an ein lebens­wertes, klimaneutrales Bonn 2035 denken.

Die Vision: Wir nehmen Rücksicht auf die Ressourcen unserer Mitwelt und machen Nach­haltigkeit zur einfachsten Option. Wir haben die Herausforderung gemeistert, genug bezah­lbaren Wohnraum für alle bereitzustellen und zugleich Grünflächen zu erhalten. Es gibt weniger Raum für den individuellen Autoverkehr, dafür mehr Raum fürs Zu-Fuß-gehen, Fahrradfahren, für den ÖPNV. Es gibt Platz zum Spielen, für Musik und Kunst im öffentlichen Raum, aber auch Räume für Ruhe, Begegnung und Naturerfahrung. Bestehende Gebäude werden auf klima­freund­liche Art aufgestockt, um mehr Wohnfläche zu schaffen. Wir haben Begegnungs­räume, in denen gemeinschaftliches Gärtnern möglich ist und Märkte für regionale Produkte stattfinden können.

Im Bonn der Zukunft sind Flächen wieder entsiegelt; nicht nur öffentliche Flächen und Gärten sind grün, sondern auch Hauswände und -Dächer. Das macht die Stadt zu einer „Schwamm­stadt", die Regenwasser aufnehmen und speichern kann, anstatt es nur abzuleiten. Das sorgt für Kühlung und ein gutes Mikroklima.

Eine grüne Stadt bietet uns Lebensqualität, statt durch eine Fernreise erholen wir uns vor der Haustür.

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Grafik gruene-wasserfreundliche Stadt
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© Liane Hoder/Caroline Pochon


Das Bonn der Zukunft ist sozial

Viele wünschen sich, dass wir in der Hausgemeinschaft, im Häuserblock oder im Quartier mehr miteinander in Kontakt kommen, und dass sich Menschen unterschiedlicher Altersstufen, Herkunft und ökonomischer Situationen begegnen.

Die Vision: Wir haben Nachbarschaften, in denen die Menschen einander unterstützen und zusammenfinden, zum Beispiel um gemeinschaftlich genutzte Grünflächen zu pflegen oder zu feiern. Wir beteiligen dabei auch diejenigen, die wenig beitragen können. Wir sorgen für einen Ausgleich der Interessen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Gruppen.

Eine Teilnehmenden-Gruppe skizzierte ihren Traum von einem Projekt einer grünen Wohn-Gemeinschaft in gemeinschaftlichem Eigentum, die viel mehr ist als nur eine WG: Es gibt eine Art Marktplatz mit verschiedenen Räumen, darunter ein Gemeinschaftshaus, ein Raum, der für spirituelle Feiern genutzt werden kann, und Gästezimmer. Die Niedrigenergie-Gebäude sind ans Nahwärmenetz angeschlossen und mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Die ÖPNV-Anbin­dung ist gut, sodass autofreies Leben möglich ist bzw. Carsharing ausreicht. Auch E-Bikes können ausgeliehen werden. Im Gemeinschaftsgarten gibt es keine Zäune – die Dörflichkeit wird zu neuem Leben erweckt.

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Grafik Nachbarschaft
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© Liane Hoder, Caroline Pochon


Gebäude sind sparsam, Energie ist erneuerbar

Natürlich ging es in den Zukunftsbildern auch um das zentrale Thema „Energie und Wärme". Hierzu entstanden zwei eigene Plakate, die Energie- und Wärmewende tauchte aber auch auf vielen anderen Plakaten auf.

Die Vision: In sanierten, gut gedämmten Gebäuden verbrauchen wir weniger Energie und nutzen sie effizient. Hausbesitzer:innen und Vermieter:innen haben die notwendigen Maß­­nahmen umgesetzt. Wir beziehen unseren Strom und unsere Wärme aus erneuerbaren Quellen, lokal auf vielfältige Weise erzeugt – durch Photovoltaik, Solarthermie, Klein­wind­anlagen, viel­leicht sogar durch Wasserkraft. Dabei sind wir möglichst autark als Gebäude oder als Viertel, produzieren unsere Energie gemeinschaftlich, z. B. als Genossen­schaft. Speicher sichern die zeitversetzte Versorgung.

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Energie
Energie
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© Liane Hoder/Caroline Pochon

Mit diesen Zukunftsbildern vor Augen haben sich die Teilnehmenden des Klimaforums 2 + 3 am 10. und 11. Juni 2022 der Frage zugewandt: „Klimaneutral wohnen – wie schaffen wir das?". Ihre Empfehlungen werden in den Bürger:innen-Klimaplan einfließen, dessen Entwicklung beim 4. Bonn4Future-Klimaforum im September 2022 auf dem Programm steht.

Was muss passieren, damit es gelingt, klimaneutral zu Wohnen? Auf der Website zum Bürgerbeteiligungsverfahren Bonn4Future finden Sie die Expert:innenvorträge zu diesem Thema sowie die „Empfehlungen für alle" – erarbeitet von Bürger:innen während des 2. und 3. Klimaforums.

 In Kürze: Die Bonn4Future-Klimaforen

Ende 2019 fiel der Ratsbeschluss, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll ...

Deswegen hat der gemeinnützige Verein Bonn im Wandel e. V. 2020 das Beteiligungsverfahren "Bonn4Future – Wir fürs Klima" beantragt und entwickelt. Zum ersten Mal in Bonn wird ein Verfahren in Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung umgesetzt. In vier großen Klimaforen erarbeiten per Los ausgewählte Bürger:innen Ziele und Bausteine für den Bonner Klimaplan. Am Ende soll klar sein: Wer muss was tun, damit unsere Stadt im Jahr 2035 klimaneutral und lebenswert ist?

Links

Globale Nachhaltigkeitsziele – Sustainable Development Goals (SDG)

Wenn wir klimaneutral wohnen, leisten wir einen wertvollen Beitrag zu mindestens drei SDGs:
  • SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
  • SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
  • SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen     

Zukunftsbilder: Bürger:innen der Stadt Bonn, die am 1. Bonn4Future-Klimaform im September 2021 teilgenommen haben. Auswertung und Aufbereitung: Dr. Gesa Maschkowski, Sarah Seiler, Robert Janßen-Morof. Text, Redaktion: Sonja Corsten, Daniela Baum. Grafiken: Liane Hoder, Caroline Pochon. 

Amaryllis eG

Wohnen

Zu Hause wollen wir uns wohlfühlen, es soll schön sein und warm. Doch Wärme wird teuer. Die gute

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